Wie gestalte ich Dienstleisterverträge für agile Softwareentwicklung

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Ob Projektleiter, Product Owner oder Scrum Master: Sie alle benötigen Verträge für agile Softwareentwicklung, die rechtssicher sind. Ohne juristische Beratung wird das aber nichts. Agile Software nach Scrum oder Kanban wird nicht in aufeinanderfolgenden Phasen organisiert. Bei klassischen Programmiermethoden (Stichwort Wasserfall) ist aber genau das der Fall – die üblichen Verträge passen also nicht für agiles Produkt Management.

Unterschiedliche Verträge für agiles Product Management

Beim Dienstvertrag ist der Auftraggeber im gesamten Prozess stärker eingebunden. Es gibt keine klaren Vorgaben zur konkreten Software, und im Verlauf der Entwicklung gibt es immer wieder Weisungen durch den Auftraggeber. Vertragsgegenstand ist beim Dienstvertrag die agile Software.

Beim Werksvertrag muss der Auftraggeber in erster Linie vor Beginn der Programmierarbeiten eingebunden werden. Der Vertragsgegenstand ist in Lasten- oder Pflichtenheften festgelegt. Dieser Vertragsgegenstand ist nur die Programmierleistung, nicht die fertige Software. Während des laufenden Projekts ist der Auftraggeber nicht weisungsbefugt. Es gibt keine rechtlich verbindliche Vorgabe, ob bei der Entwicklung mit Scrum Werksvertragsrecht oder Dienstvertragsrecht angewendet werden sollte. Agile Software verlangt daher immer nach einem individuellen Vertrag.

Agile Softwareentwicklung 

Agiles Produkt Management beginnt nicht mit einem Leistungsgegenstand, sondern in der Regel mit einer Vision. Daher ist es schwer, Leistungen, Entwicklungsschritte oder Angaben zu einem fertigen Produkt festzulegen. In einem Rahmenvertrag können aber bestimmte Punkte schon festgehalten werden. Neben einem Rahmenvertrag sind Teilprojektverträge als werkvertragliche Vereinbarungen sinnvoll. 

Wer ist Product Owner, wer Scrum Master? Was tun Product Owner und Scrum Master?

In der Präambel des Vertrags muss, um Missverständnissen vorzubeugen, jeder im Vertrag genannte Fachbegriff festgehalten werden. Die genauen Rollen von Product Owner, Scrum Master und allen anderen Beteiligten müssen definiert werden.

Die Vision sollte ebenfalls so genau wie nur möglich festgehalten werden. Anforderungen an die agile Software, die später unbedingt eingehalten werden müssen, sollten auf jeden Fall festgehalten werden. In den Vertrag gehören Angaben, ob der Auftragnehmer den Entwicklungsprozess verantwortlich organisiert oder oben die Hauptverantwortung beim Auftraggeber liegt. Es sollte auch festgehalten werden, Was Product Owner, Scrum Master und andere Parteien wann und in welchem Umfang tun sowie der Turnus der Meetings.

Agiles Software Management Teil des Vertrags

Mitwirkungspflichten des Auftraggebers sind für das Gelingen des Projekts wichtig. Daher sollten auch diese vertraglich festgehalten werden. Stellt der Auftraggeber den Product Owner oder ist das Aufgabe des Auftragnehmers? 

Agiles Product Management verlangt nach Dokumentation. Wie genau die aussehen sollte, muss vertraglich festgehalten werden. In welchem Rahmen eine Vergütung von Teilschritten des Projekts möglich und sinnvoll ist, sollte ebenfalls (zusammen mit Art und Höhe der Vergütung) Teil des Vertrags sein. Verschiedene Modelle von Werksvertrag und Dienstvertrag können dabei zum Einsatz kommen. Im Vertrag sollten außerdem Kündigungsmöglichkeiten festgehalten werden. Wenn es zur Kündigung kommt, muss das Scrum Projekt von einem anderen Dienstleister weiter bearbeitet sein. In welchem Umfang das ermöglicht werden muss, gehört im Vertrag festgehalten. Auch das geht nicht ohne Dokumentationen, die bei Scrum aber eigentlich nicht üblich sind. 

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Nutzungsrechte: Zu welchem Zweck wird die Software erworben, welche Verwertungsrechte hat der Auftraggeber an der Software und welche Leistungen werden noch übertragen?

Scrum ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit für agiles Produkt Management. Auch Methoden wie Kanban, Crystal und andere verlangen nach besonderen Verträgen, die den agilen Geist der Projekte berücksichtigen. Da bei Crystal oder Kanban wohl kaum ein Scrum Master unter dieser Bezeichnung beteiligt ist, muss der Vertrag entsprechend anders im Wortlaut gestaltet werden.

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